Spät kommst Du…

12. Februar 2010 - 14:57 Uhr

Eröffnung der 60. Internationalen Filmfestspiele Berlin im Berlinale-Palast, 11.2. 2010

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… und hier steht, was sonst noch passierte:

Den Gesamtzustand von Schauspielerin Hannelore Elsner konnte man am Abend der Berlinale-Eröffnung eigentlich nur mit “durch den Wind” umschreiben. Ihr Platz im Berlinale-Palast war leer geblieben, sie hatte die komplette Eröffnungsgala verpasst. Und erzählte anschließend im Café Moskau, in das erstmals zum Eröffnungsempfang geladen war: “Ich habe wegen des Schneefalls erst zwei Stunden auf dem Flughafen München festgesessen. Und als ich dann endlich im Flugzeug saß, durfte das drei Stunden lang nicht starten.”

Ebenfalls gar nicht gut auf ihre winterbedingt schwierige Anreise zu sprechen waren die Schauspieler Matthias Brandt und Irm Hermann. Brandt beklagte die extrem glatten Wege: “Ich hätte mich zweimal fast auf den Hintern gesetzt.” Seine Kollegin Irm Herrman hatte sicherheitshalber ein Taxi genommen, was ihr aber auch nichts nützte: “Ich musste die letzten hundert Meter laufen, weil die das Taxi nicht bis zum roten Teppich durchgelassen haben. Was eine Schweinerei ist!”

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Nicht ganz tot

26. Januar 2010 - 10:06 Uhr

Nachtrag zum Empfang mit James Cameron und Sigourney Weaver am 7.12.2009 im Hotel de Rome, Berlin

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… und hier gibt es – aus aktuellem Anlass – einen Nachtrag:

James Cameron hat gerade mit seinem aktuellen Film “Avatar – Aufbruch nach Pandora” seinen eigenen Rekord gebrochen und “Titanic” vom Sockel des kommerziell erfolgreichsten Films der Welt gestoßen. Das scheint mir der richtige Moment zu sein, um gegen ein ansonsten wacker verteidigtes Prinzip zu verstoßen. Mehr als eine knappe Inhaltsangabe, die keine überraschenden Wendungen und dramatischen Höhepunkte eines Films verrät, sollte man ja in Texten über Premieren und Hauptdarsteller nie liefern. Weil sonst schnell der Spaß am Kinobesuch verdorben ist. Deshalb musste ich leider auch auf ein besonders schönes Zitat von Sigourney  Weaver verzichten, weil es zuviel über ihre Rolle in “Avatar” verraten hätte. Inzwischen kann man davon ausgehen, dass den erfolgreichsten Film aller Zeiten fast jeder, der sich dafür interessieren könnte, gesehen hat.

Wer sich noch ein Geheimnis erhalten will, sollte ab hier nicht weiterlesen.

Sie haben es nicht anders gewollt. Die Frage an Sigourney Weaver, ob sie bedaure, dass sie ja nun leider keine Chance auf einen Auftritt im zweiten Teil hat, weil die von ihr gespielte Wissenschaftlerin im ersten Teil gestorben sei, ließ sie breit grinsen. Und dann verwies sie auf den Regisseur: “Jimmy hat mir gesagt, in einem Science-Fiction-Film stirbt niemand so ganz…”

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Buck, einfach Buck

21. Januar 2010 - 23:18 Uhr

Berlin-Premiere von “Same Same But Different” mit David Kross im Kino in der Kulturbrauerei, 21.1.2010

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… und hier steht, was nach Redaktionsschluss passierte:

Bei Premieren bleiben auch die bis zum Schluss des Abspanns sitzen, die sonst schon längst in der U-Bahn nach Hause hocken, wenn im Kino das Licht angeht. Und so sahen die Premierengäste, dass der Regisseur im Abspann Buck genannt wurde. Einfach nur Buck. Wer anschließend- zunächst einen Fehler bei der Abspannproduktion vermutend – draußen auf dem Plakat nachschaute, der entdeckte auch darauf: “Ein Film von Buck.”

Kurz und knackig. Irgendwie cool. Detlev Buck verweist, darauf angesprochen, auf seinen auswärts (man hat schließlich in Kambodscha gedreht!) nur schwer auszusprechenden Vornamen.

Eine kurze Umfrage unter Leuten, die regelmäßig mit ihm zu tun haben, ergibt dann allerdings auch: Inzwischen lässt Buck sich im Alltag einfach Buck ansprechen. Möglichst ohne Detlev. Und bitte auf jeden Fall ohne ein vorangestelltes “Herr”.

Sein Hauptdarsteller David Kross lächelte geduldig bei jedem der unzähligen Erinnerungsfotos mit Premierenbesuchern, Teammitgliedern und diesem Herrn mit der roten Krawatte. Letzterer erwies sich dann als Dr. Widhya Chem, Botschafter des Königreichs Kambodscha. Und weil er kein reiches, großes Land vertritt, ist er nicht nur Botschafter in Deutschland, sondern auch gleich noch für Malta, Tschechien und Slowenien zuständig.

Wir sehen hier also ein Foto von David Kross mit vier Botschaftern.

Dieses Bild zeigt übrigens sehr schön das überragende schauspielerische Können von David Kross. Schließlich überspielt er gekonnt, wie hungrig er in diesem Moment war. Und auf keinen Fall länger bleiben durfte, denn ein leerer Magen sorgt bei ihm umgehend für miese Laune. Also war das nächste Tablett mit Frühlingsrollen seins.

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Versuch einer Anwerbung

17. Januar 2010 - 10:21 Uhr

Auszeichnung der “Journalisten des Jahres 2009″ durch das Mediummagazin, Deutsches Historisches Museum, 14.1.2010

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…und hier steht, was nach Redaktionsschluss passierte:

Focus-Gründer Helmut Markwort zählte berühmte, im Alter besonders erfolgreich arbeitende Männer wie Fontane, Goethe, Helmut Schmidt und Peter Scholl-Latour auf, um den Eindruck zu zerstreuen, dass man ihn mit knapp 74 Jahren und dem Preis des Medium-Magazins für sein Lebenswerk nun in den Ruhestand schicken könnte. “Unsereins wird ja nicht nach den Regeln des Sozialversicherungsrechts abgestellt.”

Martin Sonneborn, Herausgeber des Satiremagazins Titanic, Außenreporter der Heute-Show, Satiriker bei SpiegelOnline und Bundesvorsitzender der Spaßpartei Die Partei (die man in seiner Gegenwart allerdings nicht Spaßpartei nennen darf), nutzte seine Dankesrede für den dritten Preis in der Kategorie “Unterhaltung” zur Werbung. Die anwesenden Damen und Herren Journalisten mögen sich doch bitte ein Beispiel an Frank Schirrmacher nehmen und wie der FAZ-Herausgeber Mitglied seiner Partei werden. Völlig unklar, warum Sonneborn der Meinung war, folgendes Argument könnte in der Runde der journalistischen Hochkaräter besondere Zugkraft entwickeln: “Wir sind die Partei, die die Mauer wieder aufbauen will. Damit das Merkel dahinter weggeschlossen wird.”

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Lange Reden und Gesichter

15. Januar 2010 - 11:34 Uhr

Filmpremiere “Friendship!”, Cinemaxx Potsdamer Platz,  11.1.2010

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…und hier steht, was nach Redaktionsschluss passierte:

Eigentlich hätte diese Premiere alle Beteiligten glücklich machen müssen. Während des Abspanns gab es schließlich begeisterten Applaus für “Friendship!”, die irre komische und dabei gar nicht doofe Geschichte von zwei Ost-Berliner Freunden, die sich gleich nach dem Mauerfall auf den Weg nach San Francisco machen.

Das Publikum war bereit und extrem willig, die beiden Hauptdarsteller Matthias Schweighöfer und Friedrich Mücke für ihre Leistungen gebührend zu feiern. Aber vorher kamen ja erst noch der Chef der Verleihfirma (mit einer erfrischend kurzen Rede), drei Produzenten (da wurde es schon länglich) und der ein oder andere Geldgeber. Irgendwann hatte man das Gefühl, dass man einfach bloß einen großen Haufen Geld braucht und schwups hat man einen tollen Film. Was man offenbar nicht so dringend braucht: Schauspieler. Die beiden wurden besonders von Regisseur Markus Goller hart auf die Probe gestellt. In einer chaotischen Rede, in der das Wort “Wahnsinn!” nervtötend oft vorkam, dankte der allen und jedem. Immer wieder. Die Gesichter der Zuhörer wurden lang und länger. Nicht mal ein zarter Applaus mit der deutlichen Botschaft “Fertig werden!” konnte ihn bremsen.

Schweighöfer und Mücke standen mittendrin auf und gingen. Wer vermutete, sie seien beleidigt verschwunden (sie hätten schliefllich allen Grund dazu gehabt!), sah später: Die trockenen Reden hatten sie durstig gemacht. Die beiden holten sich draußen im Foyer am Tresen je ein Bier. Bis zur stark verzögert begonnenen Premierenfeier im Stadtbad Oderberger Straße hätten sie es sonst wohl nicht mehr geschafft.

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